Jährlich 1 Milliarde Plastiktüten durch ungewollte Werbepost

“Stoppt die Plastikpost” - Eine Kampagne gegen Einkauf Aktuell

Berlin, 18. Juni. Die Deutsche Post verteilt mit Einkauf Aktuell jährlich über eine Milliarde Plastiktüten mit Briefkastenwerbung an deutsche Haushalte. Dagegen geht der Berliner Verein Letzte Werbung mit der Kampagne “Stoppt die Plastikpost” jetzt vor. Die Werbebroschüren werden jeden Samstag ungefragt in bis zu 20,7 Millionen Briefkästen eingeworfen und sind dabei in Plastik eingeschweisst. Bis jetzt wurde angenommen, dass der “Keine Werbung”-Aufkleber der einzige Weg ist, um die Werbung abzuwehren. Doch das ist jetzt vorbei: Ab 18. Juni kann jeder, der kein Einkauf Aktuell mehr erhalten möchte, das ungewollte Abo einfach per Formular auf www.plastikpost.de kündigen. Sollten die übermittelten Widersprüche von der Deutschen Post ignoriert werden, steht Letzte Werbung e.V. zusammen mit einer großen Verbraucherkanzlei bereit, um den Willen der Bürger*Innen durchzusetzen. Die Organisation geht jedoch davon aus, dass die Deutsche Post den Widersprüchen Folge leistet.

Stoppt die Plastikpost - Kampagne gegen Einkauf Aktuell!

Die Kampagne basiert auf einem Urteil aus 2011, bei dem ein Bürger der Zustellung von Einkauf Aktuell durch die Deutsche Post widersprochen hat. Einen "Keine Werbung"-Aufkleber wollte er dabei nicht am Briefkasten anbringen. Das Landgericht Lüneburg erkannte das im Grundgesetz verankerte Recht auf Selbstbestimmung an und setzt ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000€ fest, sollte die Deutschen Post den Wunsch missachten.

Genau hier setzt Letzte Werbung e.V. an. Das Abmeldeformular auf Plastikpost.de soll es für alle Bürger*Innen einfach machen, der ungewollten Zustellung von Einkauf Aktuell zu widersprechen. “Die Deutsche Post hat alle Bürger*innen ungefragt und pauschal zu Kunden ihres Werbeproduktes ernannt, das von den meisten nicht gewollt wird und direkt im Müll landet. Dabei haben wir seit 2011 ein Gerichtsurteil, das ganz klar das Selbstbestimmungsrecht in Sachen Werbepost unterstreicht. Das tragen wir jetzt in die Öffentlichkeit.", so Sebastian Sielmann, Gründer des Letzte Werbung e.V.

Die Motivation dahinter ist Umweltschutz. Nicht nur die vielen Plastiktüten sind der Organisation dabei ein Dorn im Auge. So stecken darin oft mehr als 500 Gramm Papier, für dessen Produktion laut Umweltbundesamt viel Holz, Wasser und Energie verbraucht sowie CO² und Chemikalien freigesetzt werden. Für viele eine große Verschwendung, denn laut Yougov.de Umfrage wollen 76% der Bürger*innen keine Werbung im Briefkasten und werfen die Werbepost folglich sofort weg.

Über Letzte Werbung

„Letzte Werbung” ist eine Non-Profit-Organisation, deren Ziel es ist, deutsche Briefkästen von unerwünschter Werbepost zu befreien. Die GründerInnen des gemeinnützigen und unabhängig agierenden Vereins möchten so nicht nur der Verschwendung wichtiger Ressourcen entgegenwirken und die Systeme entlasten, die von den Wurfsendungen besonders betroffen sind, sondern auch die Verbraucherrechte stärken. Gemeinsam mit ehrenamtlichen HelferInnen aus Deutschland und Österreich leistet „Letzte Werbung” Aufklärungsarbeit und strebt letztlich eine Änderung der Gesetzeslage die Briefkastenwerbung betreffend an.

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